Psychologische Auswirkungen eines Einbruchs

Oft gravierend, für die Betroffenen eines Einbruchs, sind die psychologischen Folgen. Jeder Einbruch hinterlässt solche Spuren und rund 2/3 aller Opfer sind langfristig davon betroffen. Einige  Menschen haben noch nach einem halben Jahr Schlafstörungen, Albträume, Kopfschmerzen etc., sodass es einer ärztlichen Hilfe oder Therapie bedarf. Im Einzelfall bleibt das Trauma ein Leben lang. Die Stärke der psychischen Reaktion auf einen Einbruch hängt  von der Persönlichkeit des Opfers und/oder von bestimmten Tatumständen ab. Ältere Leute und kleine Kinder leiden besonders unter diesen Umständen.

Warum ist das so?

Ein Einbruch ist ein Ereignis, das außerhalb der normalen menschlichen Erfahrung liegt. Daher führt dieser zu einer besonderen Belastung der  Psyche, was somit eine seelische  Verletzung bedeutet.

Das eigene Heim ist unser Schutzraum. Deshalb empfinden wir  das Eindringen in unsere Wohnung, als Verletzung von uns selbst. Wenn eine fremde Person in den privatesten Dingen herumgewühlt hat, ist das eine gravierende Verletzung der Intimsphäre.  Angst  und  Unsicherheit werden ausgelöst. Ein Einbruch mit Vandalismus verstärkt diese Gefühle.

Was passiert mit mir?

Das Erlebte führt zu traumatischem Stress. Das Opfer hat vor Allem Angst, kann nicht mehr schlafen, sich schlecht konzentrieren und schreckt bei jeder Kleinigkeit zusammen.

Auch körperliche Beschwerden können sich manifestieren!

Im Zusammenhang mit den psychischen Folgen kommt es häufig zu Kopfschmerzen, Herz-Kreislaufstörungen oder Magen-Darm-Beschwerden. Diese Reaktionen schwächen sich aber normalerweise ab.

Reden Sie über das Erlebte!

Vertrauen Sie sich anderen an, wenn möglich ehebaldigst nach dem Einbruch. Reden löst innere Blockaden. Nur so können Sie das Geschehene „verdauen“.

Suchen Sie sich eine Vertrauensperson!

Geliebte Menschen sind zunächst sicher die besten Gesprächspartner. Langfristig ist professionelle Hilfe die bessere Lösung. Vertraute und Freunde sind schnell überfordert, wenn es um die Bewältigung geht. Sie neigen – unbewusst – dazu, das traumatisierende Erlebnis zu verharmlosen. Typischer Spruch: „Das wird schon wieder…“

Der richtige Gesprächspartner

Erkundigen Sie sich bei Vereinen und Initiativen für Opferhilfe (z.B. www.weisserring.at) nach einem Gesprächstermin. Tun Sie den ersten und wichtigsten Schritt zur Besserung, nämlich sich und anderen gegenüber die Verletzung einzugestehen.

Sie sind nicht Schuld am Einbruch!

Sie können Ihr Haus/Ihre Wohnung nicht wie ein Gefängnis sichern. Zur Lebensqualität zählt auch, nicht ständig sein eigener Gefangener zu sein. Es mag ja sein, dass bestimmte Umstände (Schlüssel in der Tür stecken lassen, Balkontüren nachts offen lassen etc.) einem Täter die Tat erleichtern. Aber die kriminelle Energie eines Einbrechers muss erst mal aktiv sein. Oder würden Sie in ein Haus eindringen, nur weil die Tür offen ist? Lassen Sie sich keine „Schuld“ einreden!