Interview mit Chefinspektor Andreas Bandion (Leiter des Fachbereiches Prävention im LKA NÖ)

Veröffentlicht am 18. März 2013

Einbruchsopfer.at: Sehr geehrter Herr Bandion, wo, wann und wieviel wird eingebrochen?

Bandion: Die Eigentumskriminalität ist über einen längeren Zeitraum beobachtet, im Steigen begriffen. Während in Wien und in anderen großen Städten die Wohnungseinbrüche zugenommen haben, ist das Hauptproblem in NÖ der Einbruch in Einfamilienhäuser. Entgegen der allgemeinen Annahme, dass die Einbrüche Spätnachts stattfinden (kommt vereinzelt vor, nicht die Regel) ereignen sich die meisten EDs im Wohnbereich tagsüber, vormittags, mittags und am frühen Abend.

Einbruchsopfer.at: Warum wird so viel eingebrochen?

Bandion: Wohnobjekte sind oft unzureichend geschützt, das Eindringen wird dem Täter leicht gemacht. Zeichen der Abwesenheit, überfüllter Briefkasten offene, leerstehende Garage, kein Licht am Abend nützt der Täter, um unbemerkt in das Haus einzudringen. Ein gekipptes Fenster erleichtert den Einbruch.

Einbruchsopfer.at: Wenn man die Medien verfolgt, hat man das Gefühl, dass im Gegensatz zu der offiziellen Kriminalstatistik, die Einbrüche nicht zurückgehen?

Bandion: Während die Gesamtkriminalität eher rückläufig ist, bemerken wir eine Zunahme der Eigentumskriminalität. In den Medien dargestellte, aufsehenerregende Einzeltaten (Besitzer wird vom Täter im Haus überrascht) verunsichern die Bevölkerung sehr.

Einbruchsopfer.at: Wie kann man sich davor schützen Einbruchsopfer zu werden?

Bandion: Es gibt technische Maßnahmen, mechanischer und elektronischer Art, die das Risiko minimieren können. Auch Verhaltensmaßnahmen, wie das Zusperren des Gartentürls tragen zu mehr Sicherheit bei.

Einbruchsopfer.at: Wo kann man sich betreffend der „richtigen Sicherungen“ informieren?

Bandion: Da es kein „Patentrezept“ zur Absicherung eines Gebäudes gibt, empfehlen wir die Inanspruchnahme einer unabhängigen Beratung durch einen Präventionsbeamten der Polizei. Nach einer Risikoanalyse vor Ort, berät der Beamte produktneutral und kostenlos welche technische Maßnahmen Sinn machen.

Einbruchsopfer.at: Welche tagtäglichen Verhaltensmaßnahmen raten Sie den Bürgern?

Bandion: Ich habe zu Ihrer Auflistung auf der Homepage „alltägliche Tipps zur Einbruchsprävention“ nichts hinzuzufügen.

Einbruchsopfer.at: Immer wieder kommt es nach Einbrüchen zu Schwierigkeiten mit der Versicherung betreffend Beweisbarkeit der gestohlenen Gegenstände. Wie kann man das schon im Vorfeld ausschließen?

Bandion: Um im Schadensfall Auskünfte über das Diebesgut geben zu können, wäre das Anlegen eines „Eigentumsverzeichnisses sinnvoll. Für die Polizei sind insbesondere die individuellen Nummern der Kleinelektronikgeräte (Foto- und Filmkamera, Handy, MP3-Player, etc interessant, um die notwendigen Fahndungsmaßnahmen einleiten zu können. Dem EV sollten auch Fotos von Schmuck, Kunstgegenständen und anderen Wertsachen beigelegt sein. Der Geschädigte hat damit auch eine gute Grundlage für die Schadensmeldung bei seiner Versicherung

Einbruchsopfer.at: Danke für das Interview!

Bandion: Gerne!

Informationen zu Herrn Bandion: ChefInsp Andreas Bandion, Jahrgang 1963, seit 1981 bei der Exekutive (seit 1987 im Kriminaldienst) Leiter des Fachbereiches Prävention im LKA NÖ